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Chablis – Terroir am Limit

Die Appellation Chablis – benannt nach dem gleichnamigen Ort – liegt nahe der Stadt Auxer­re, auf dem Weg von Paris nach Beaune. Es ist der nördlichste Teil der Weinregion Burgund und durch die Morvan-Berge vom Zentrum Burgunds – der Côte d’Or – getrennt. Chablis selbst ist ein äußerst beschaulicher Ort mit ca. 3.000 Einwohnern. Bereits im 2. Jahrhundert haben die Römer hier Weinberge bepflanzt. Schließlich waren es die Zisterzienser-Mönche, die die besondere Eignung des Chardonnays für die Region erkannten und diesen hier nachhaltig kultivierten.

Cool Climate

Chablis ist eine typische Cool-Climate-Region und liegt der Champagne fast näher als der Côte d’Or. Und so ist auch das Klima dem der Champagne sehr nah: Der Winter ist kalt, der Sommer vergleichsweise kurz. Frost ist eine besondere Gefahr und ebenso Hagel im Frühjahr und Herbst. Für hochwertige Rotweine fehlte es an der nötigen Reife und so setzte man schon früh auf Chardonnay als einzige Rebsorte. Die Neigung und Ausrichtung der Weinberge am linken und rechten Ufer des Flüsschens Serein sind entscheidend für die Qualität der Weine. Insbesondere bei den Richtung Süden ausgerichteten Hanglagen entsteht ein Mikroklima, welches den Chardonnay auch in einem kühlen Randklima voll ausreifen lässt.

Fossile Austerneinschlüsse, Kimmeridge-Boden in Chablis

Kimmeridge – Mineralik pur

Über Millionen von Jahren formte sich durch Gletscher-Erosion eine hügelige Landschaft in das Gebiet mit einem besonderen Bodentyp: dem sogenannten Kimmeridge, benannt nach dem gleichnamigen Ort an der Ärmelkanalküste von England, wo diese Bodenplatte wieder hervortritt. Mit seinen zahlreichen Austern-Fossilien und Kalkablagerungen ist er ein Mix aus Kreide, Kalk und Mergel. Die Mineralik dieser kargen Böden spiegelt sich auch im Weinstil wider.

Ein Chablis mit seiner mineralischen Substanz und der präzisen Säure ist so einzigartig geprägt durch sein Terroir wie kaum ein anderer Wein auf der Welt. Nur hier erreicht Chardonnay in seiner besten Form eine derart mineralische Komplexität mit Nuancen von Feuerstein, Kreide und Salz. In Verbindung mit der klaren Frucht und dem finessenreichen aber kraftvollen Körper zählt Chablis zu den charaktervollsten Weißweinen der Welt.

Die Traditionalisten unter den Weingütern schwören daher auf Beton- oder Stahltanks, um das unverfälschte Terroir auf die Flasche zu bringen, während einige Domänen auch mit dem Ausbau in Eiche experimentierten und heute von der zusätzlichen Komplexität überzeugt sind. Unabhängig davon besitzt ein Crus aus dem Chablis ein enormes Reifepotenzial, oft von mehreren Jahrzehnten.

Grand Cru und Premier Cru

Chablis umfasst über 5.000 ha Weinberge. Man unter­schei­det vier Qua­li­tätsstufen. Zur Appellation Chab­lis Grand Cru zählen sie­ben Einzellagen (Cli­mats) mit insgesamt ca. 100 ha, die fast ausschließlich als Einzellagen abgefüllt werden. Sie lie­gen, zumeist Richtung Süden gerichtet, neben­ein­an­der aufgereiht an einem lang gezogen Hügel­ direkt am rechten Ufer der Ser­ein. Die Ertragsobergrenze liegt bei 45 hl/ha. Die sieben Grand-Cru-Lagen sind: Blanchot, Bougros, Grenouilles, Les Clos, Les Preuses, Valmur, Vaudésir.

Zusätzlich darf die kleine Parzelle "La Moutonne" die Bezeichnung Grand Cru am Etikett tragen, da sie zwischen den beiden Grand-Cru-Lagen Vaudésir und Les Preuses liegt. Im Gegensatz zur Côte d’Or darf in Chablis auch ein Lagen-Cuvée als Grand Cru etikettiert werden.

Zu den Pre­miers Crus zählen aktuell 40 Climats. Auf dem Etikett wird entweder die Einzellage genannt oder gerne auch der Name einer kompletten Lagengruppe wie z.B. Fourchame. Die besten Premiers Crus liegen in unmittelbarer Nähe der Grands Crus oder am gegenüberliegenden linken Ufer auf den gegen Süden gerichteten Hängen. Sie kommen in der Qualität dem ein oder anderen Grand Cru sehr nahe, wie z.B. Mon­tée de Ton­ner­re, Mont­mains, oder Vos­gros. Der Ertrag ist auf 50 hl/ha begrenzt.

Grand Cru Weinberg in Chablis

Die Villages

Die Appellation d’Origine Contrôlée Chablis wurde 1938 eingeführt. Diese Villages-Weine wachsen auf gut der Hälfte der Rebfläche und machen ca. 60% des Ertrages aus. Die Ertragsgrenze liegt auch hier bei 50 hl/ha. Das Grundgestein der Böden stammt ebenso aus dem Jura-Zeitalter vor 150 Millionen Jahren, dem Kimmeridgium. Ein einfacher Chablis von Top-Weingüter wie Jean-Paul Droin oder Joseph Drouhin sind daher in guten Jahrgängen durchaus eine attraktive Alternative zu den Crus.

Die jüngste Appellation Petit Chab­lis wurde 1944 eingeführt. Die Weinberge liegen an den kühleren oberen Hängen oder im vorderen Teil der Hochebene. Die Reben wachsen meist auf dem in der Region ebenso weit ver­brei­teten Portland-Kalkstein – einem braunen hartem Kalk – oder auch auf Lehm- bzw. Sandböden. Ein Petit Chablis bringt aber weni­ger charaktervolle Wei­ne hervor. Die Weine sind eher jung zu trinken, am besten nach ein bis zwei Jahren.

Mineralische Cool-Climate-Weine aus Chablis:


Literatur/Quellen – Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon (3. Auflage, 2007, Gräfe und Unzer); https://www.bourgogne-wines.com/; https://glossar.wein.plus/