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Der Mythos Burgund

Burgund zählt heute zu den bedeutendsten Weinregionen der Welt. Weinkultur wurde hier schon von den Kelten und später von Römern und Griechen gepflegt. Nirgendwo sonst wurde die Idee, den Wein an seinen Ursprungsort – dem Terroir – zu binden, so kategorisch betrieben und verfeinert wie im Burgund. 

Bereits Anfang des 12. Jahrhundert befassten sich die Mönche des Zisterzienser-Ordens akribisch mit dem Terroir einzelner Lagen (franz. climat). Sie experimentierten mit verschiedenen Bodentypen, Rebschnitt- und Vinifikationstechniken und legten somit den Grundstein für die heute noch im Burgund geltende Philosophie der Klassifikation von Weinbergen. Die Anekdoten erzählen sogar, dass die Mönche die Erde im Mund förmlich schmeckten.

Sie bepflanzten die ersten Weinberge in Meursault, setzten Chardonnay-Reben in Chablis und kultivierten den Corton-Hügel bei Aloxe sowie die Flächen um Pommard und Volnay. Besondere Lagen wurden rundum mit einer Mauer eingegrenzt und somit der Besitz des Weinbergs geschützt. Solche, durch Mauern rundum eingerahmte Parzellen, werden als Clos bezeichnet. So entstand im 14. Jahrhundert der wohl bekannteste Clos Burgunds, die heutige Grand-Cru-Lage Clos de Vougeot mit dem später erbauten, gleichnamigen Chateaux.

Grand Cru Clos de Vougeot mit dem Chateaux de Vougeot, Weltkulturerbe der UNESCO
Ein von Mauern eingegrenzter Weinberg im Brugund, ein sogennanter Clos, Grand-Crus-Lage in Vosne-Romanée an der Côte de Nuits

Systematische Klassifizierung der Weinberge

Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die berühmte Hospices de Beaune gegründet (heute im Besitz von über 60 ha Grand Cru- bzw. Premier Cru-Lagen). Die Weine des Hospices werden traditionell jedes Jahr am dritten Sonntag im November in einer Auktion versteigert und dessen Einkünfte für karitative Zwecke verwendet. Bereits zu jener Zeit wurde Pinot Noir als Rebsorte für die Rotweine vorgeschrieben. Die Weine aus Beaune wurden en vogue und weltbekannt. Im 18. Jahrhundert wurde von dem Geistlichen Claude Arnoux die Weine der Region detailliert erfasst und ihre Machart genau beschrieben.

1855 wurde die berühmte Bordeaux-Klassifizierung veröffentlicht. Der Naturwissenschaftler Jules Lavalle publizierte noch im selben Jahr das umfassendes Werk über die Grands Vins de la Côte d’Or. Kurz darauf folgte auch im Burgund eine systematische Klassifikation. Es differenziert die einzelnen Climats (Lagen) bezüglich des dort vorherrschenden Mikroklimas, der Bodenbeschaffenheit, der Hanglage und Sonneneinstrahlung und stufte deren Weinqualitäten in vier Klassen ein. Bis heute ist das System in modifizierter Form als Appellation d’Origine Contrôlée (AOC) gesetzgebend und Vorbild für den Qualitätsweinbau.

Aus der Krise zum UNESCO-Weltkulturerbe

Nach der Reblauskatastrophe im 19. Jahrhundert und dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) drohte allerdings zunächst auch im Burgund der wirtschaftliche Niedergang. Zur Rettung der Burgunder-Weine und deren Typizität gründete sich 1934 die Weinbruderschaft „Confrérie des Chevaliers du Tastevin“ mit Sitz im berühmten Château du Clos de Vougeot. Bei der heute noch zweimal jährlich stattfindenden „Tastevinage“ – einem Großevent im Château mit 200 Weinexperten – werden die Weine auf Qualität und Terroir-Typizität getestet.

Das Qualitätsbewusstsein der Winzer und Winzerinnen steigerte sich dann ab den 1990er nochmals rasant. Vorreiterinnen wie Anne-Claude Leflaive und Madame Bize-Leroy von der Domaine Leroy oder die Domaine de la Romanée-Conti setzten neue Maßstäbe im Burgund. Sie stellten auf biodynamischen Weinbau um, selektionierten akribisch die besten Klone und reduzierten die Erträge im Weinberg. Immer mehr Weingüter folgten dem Qualitäts- und Terroir-Gedanken und schöpfen heute das volle Potenzial aus ihren Parzellen. Seit dem Jahr 2015 zählen die Climats de Bourgogne zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Heute zählen die Grands Crus aus Burgund zu den begehrtesten aber auch zu den teuersten Weinen der Welt und sind daher auch häufig als Spekulationsobjekte auf dem Markt. Premier- und Grand-Cru-Weinberge sind kaum noch zu erwerben und ihre Flächen sind stark eingegrenzt. Die Randregionen rücken dadurch immer mehr in den Fokus. Zudem profitieren diese – früher als zu kühl eingestufte Weinberge – von der Klimaerwärmung. Die Qualität der Burgunder-Weine war wahrscheinlich noch nie so hoch wie heute und bleibt der Maßstab für die besten Weine der Welt.

Steinmauer, sogenannter Clos, mit der Inschrift ROMANEE CONTI, berühmter Grand Cru in Vosne-Romanée an der Côte-d’Or

Der Mytos Burgund ist tief verwurzelt in dem Terroir!


Literatur/Quellen – Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon (3. Auflage, 2007, Gräfe und Unzer); Remington Norman and Charles Taylor MW: The Great Domaines of Burgundy (3rd Edition, 2010, Kyle Cathie LTD); https://www.bourgogne-wines.com/; https://glossar.wein.plus/