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Pinots Erben

Die Pinot-Rebe gibt es bereits seit 2.000 Jahren. Herkunft und genaue Abstammung sind allerdings immer noch nicht vollständig geklärt. Die Hypothese sie stamme von Wildreben ab, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. DNA-Analysen zeigen jedoch eine Beziehung zwischen Pinot und Traminer. Der französische Begriff „Pinot“ leitet sich wahrscheinlich vom Zapfen der Kiefer (frz. „pin“) ab, deren Form jener der Pinot-Traube ähnlich ist. Bei den einzelnen Pinot-Sorten handelt es sich nicht um Kreuzungen, sondern um Mutationen, die im Laufe der Zeit aus einer Pinot-Ursorte entstanden sind. Pinot neigt dazu relativ leicht zu mutieren. Pinot Noir wird allgemein als die Pinot-Ursort angenommen aus der wiederum Pinot Gris, Pinot Blanc und Pinot Meunier mutiert sind.

Klone mit besonders optimalen Eigenschaften für den Weinbau wurden immer wieder selektiert und weiter kultiviert. Sie sorgen heute für sichere Erträge und gesundes Traubenmaterial. Pinot ist zudem ein attraktiver Kreuzungspartner. So entstammen zahlreiche bekannte Qualitätsrebsorten einer natürlichen Kreuzung aus Pinot und Heunisch wie z.B. Chardonnay, Gamay Noir, Aligoté, Auxerrois, Melon de Bourgogne, …

Burgund und Champagne sind Pinot-Land

Zwischen der Region Auxerre im Norden und der Region Mâcon ganz im Süden der Bourgogne wachsen auf knapp 30.000 Hektar (fast) ausschließlich Pinot-Mutationen oder Nachkommen aus denen mindesten ein Elternteil Pinot ist. Die Rebflächen sind zu 82% mit Pinot Noir und Chardonnay bepflanzt. Chardonnay (weiß) ist mit ca. 48% der Rebfläche die meist angebaute Sorte. Pinot Noir bringt es auf ca. 34%. Die beiden werden noch von Gamay (rot) mit 10% bzw. mit Aligoté (weiß) mit 6% ergänzt. Aligoté, Chardonnay, Pinot Noir und Gamay dürfen auch alle für die Herstellung des Crémant de Bourgogne verwendet werden.

Andere Rebsorten belegen im gesamten Gebiet nur 2% der Weinberge, dazu gehören die weißen Sorten Pinot Blanc, Pinot Gris (im Burgund auch Pinot Beurot genannt), Melon de Bourgogne (kaum noch im Burgund vertreten, neue Heimat ist das westliche Loiretal geworden), Sacy (nur im Département Yonne) und Sauvignon Blanc (nur in Saint-Bris) sowie die roten Sorten César und Tressot (beide nur im Département Yonne) und Pinot Liébaul (statistisch unbedeutend).

Und auch für Champagner werden ausschließlich Burgundersorten verwendet: Die roten Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Meunier (Schwarzriesling) sowie die weiße Rebsorte Chardonnay. Traditionell noch zugelassen, aber seit der Reblauskrise fast verschwunden, sind die Sorten Arbane, Petit Meslier sowie Pinot Gris (Grauburgunder) und Pinot Blanc (Weißburgunder). Pinot Noir macht 38,5% der Rebfläche in der Champagne aus, Pinot Meunier kommt auf 33% und Chardonnay auf 28% (andere 0,5%). Die Mischung der Sorten bestimmt auch den Charakter des jeweiligen Champagners – kurz: Pinot Noir gibt dem Wein die Fülle, Chardonnay die Finesse, Pinot Meunier die Fruchtigkeit. Die Assemblage aus Burgundersorten ist auch anderen Weinregionen der Welt häufig die Basis für die Schaumweinproduktion.

Deutschland wird zum Burgunder-Land

Hierzulande erreichen die Burgundersorten mittlerweile eine Stil-Vielfalt und Qualität wie sie sonst nur in Frankreich oder vielleicht noch in den USA anzutreffen sind. Mit fast 12.000 Hektar bietet Deutschland die drittgrößte mit Spätburgunder bestockte Rebfläche der Welt an. Tendenz steigend. Gefolgt von über 7.000 Hektar Grauburgunder und ca. 5.700 Hektar Weißburgunder sowie mittlerweile fast 2.300 Hektar Chardonnay. Und nirgendwo sonst gibt es im Moment eine größere Dynamik bei der Entwicklung feiner Burgunder-Stile als in deutschen Weinbauregionen. Die Faszination an Burgundern ist sowohl unter etablierten also auch unter jungen Winzer und Winzerinnen spürbar. Und seit dem sich Personen wie Master of Wine Jancis Robinson oder Sommelier-Weltmeister Markus Del Monego in Fachbeiträgen dermaßen lobend über deutsche Burgunder äußerten, spricht man auch in internationalen Weinmagazinen über das Burgunder-Wunder Made in Germany – und das völlig zu Recht!

In Pinot we trust!


Literatur/Quellen – Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon (3. Auflage, 2007, Gräfe und Unzer); https://www.bourgogne-wines.com/; https://glossar.wein.plus/